Unterkieferprotrusionsschienen

Erstellt am 18 Jan 2017 11:15
Zuletzt geändert: 04 Aug 2020 13:36

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Knapp zwei Jahre nach Einleitung des Beratungsverfahrens sah sich der G-BA in der Lage, Stellungnahmen von Medizinprodukteherstellern zu erfragen. Pech nur für die kleinen zahnärztlichen Labore, die U(k)PS hergestellen. Dies sind dem G-BA offenbar entgangen oder sie spielen für den G-BA keine Rolle.

Seit Mai 2018 berät der G-BA auf Antrag der Patientenvertretung zum Einsatz einer Unterkieferprotrusionsschiene bei leichter und mittelgradiger obstruktiver Schlafapnoe. Auf Basis des vorliegenden Abschlussberichts des IQWiG wird der G-BA im Laufe des Jahres 2020 die Beratungen abschließen und einen Beschluss fassen.

IQWiG

Die Therapie mit einer nachts im Mund getragenen Kunststoffschiene, die die Atemwege mechanisch offenhält, ist der Positivdruckbehandlung per Schlafmaske nicht unterlegen.
Mithilfe einer Unterkieferprotrusionsschiene (UPS) kann die Tagesschläfrigkeit von Patientinnen und Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe gelindert werden. Dabei ist die Behandlung mit einer UPS der Positive-Atemwegsdruck(PAP)-Therapie mit Schlafmaske nicht unterlegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem Abschlussbericht zum Nutzen der UPS.
Im Vergleich zum Vorbericht hat das IQWiG-Projektteam die Nutzenaussagen für die UPS sowohl im Vergleich zu keiner Behandlung bzw. Placebobehandlung (Fragestellung 1) als auch für die Nichtunterlegenheit der UPS gegenüber der PAP-Therapie (Fragestellung 2) jeweils von „Anhaltspunkt“ auf „Hinweis“ hochgestuft.

Unterkieferprotrusionsschiene kann Tagesschläfrigkeit ähnlich gut lindern wie die Atemwegsüberdruck-Therapie mit Schlafmaske / Stellungnahmen bis 20.11.2019

Hintergrund

Leitlinien

Rechtsprechung

Kassen mit Satzungsleistung

Literatur

Sonstiges

1. Protrusionsschienen sind als initiale Therapie indiziert bei
• primärem Schnarchen
• Upper Airway Resistance Syndrom
• leicht- bis mittelgradiger obstruktiver Schlafapnoe (AHI bis ca. 25/h) mit geringer klinischer Symptomatik bei ausreichender intraoraler Verankerungsmöglichkeit und einem BMI bis ca. 30 kg/m².
2. bei SBAS mit einem AHI über 25/h können Protrusionsschienen nach vorherigem Therapieversuch mit nCPAP alternativ angewandt werden.
3. unabhängig vom Schweregrad der SBAS bei nCPAP-Versagen und nCPAP-Noncompliance.

Siehe auch in diesem Wiki


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