PET bei Lymphom

Erstellt am 18 May 2010 16:21
Zuletzt geändert: 05 Oct 2020 15:49

Bei den Lymphomen ist generell zu unterscheiden zwischen den aggressiven/malignen Lymphomen, die eine verhältnismäßig hohe FDG-Aufnahme zeigen - und den indolenten Lymphen, die FDG nur in geringem Ausmaß anreichern.

Prinzipiell sind Hodgkin-Lymphome aggressive Lymphome, die sich mittels FDG-PET-CT vergleichsweise gut darstellen lassen.

In der Indikation "als Hilfsmittel zur Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Hodgkin-Resttumoren mit einem Durchmesser von > 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie" ist die ambulante PET bereits seit Oktober 2011 vom Gemeinsamen Bundesausschuss zugelassen.

Vom Gemeinsamen Bundesausschuss wurde mit Datum vom 17.05.2018 beschlossen, zukünftig auch den Einsatz zum Interim-Staging (Stadienzuordnung nach Vorbehandlung) bei fortgeschrittenen Hodgkin-Lymphomen nach zwei Zyklen leitliniengerechter Chemotherapie als Regelfall-Leistung anzusehen.
Ebenfalls wurde im Mai 2018 die PET bei malignen Lymphomen bei Kindern und Jugendlichen generell dem Leistungskatalog der GKV zugeordnet. Weitere siehe auch im Wiki-Beitrag PET sozialrechtlich.

Bei indolenten Lymphomen ist eine Überlegenheit der PET-Bildgebung gegenüber anderen bildgebenden Techniken vom Prinzip her nicht so gut begründet wie bei den hoch-aggressiven Lymphomen. Indikationen für den Einsatz können sich hier jedoch - vor allem auch aufgrund der Möglichkeit des Ganzkörper-Scans - im Einzelfall ergeben, wenn dies zu therapeutischen Konsequenzen führen kann.

Zu den indolenten (B Zell-)Lymphomen gehören gemäß WHO-Klassifikation unter anderem:

Zu den aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen gehören gemäß WHO-Klassifikation die diffusen großzelligen B-Zell-Lymphome. Zu dieser Lymphom-Form heißt es in der Onkopedia: "Die Detektion von Lymphommanifestationen gelingt am sichersten mit der Positronen-Emissionstomographie (PET) unter Verwendung des Tracers 18-Fluordesoxyglukose (FDG). Die FDG-PET ist in der Ausbreitungsdiagnostik und der Evaluierung des Behandlungsergebnisses internationaler Standard1."

Für die ambulante PET bei aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen nach zwei bis vier Zyklen Chemotherapie/Chemoimmuntherapie zum Interim-Staging zur Entscheidung über Chemoimmuntherapie sowie bei Hodgkin-Lymphomen im frühen oder intermediären oder fortgeschrittenem Stadium nach zwei bis vier Zyklen Chemotherapie zum Interim-Staging zur Entscheidung über die Fortführung der Therapie war (am 19.02.2015) ein Aussetzungs-Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses gefasst worden, da die Ergebnisse der laufenden Studien PETAL, HD16- und HD18 abgewartet werden sollen2.
Der Aussetzungsbeschluss wurde mit Datum vom 17.05.2018 verlängert bis zum 31. Dezember 2021.

Bezüglich maligner Lymphome bei Kindern und Jugendlichen war am 18.04.2013 eine Beschlussfassung für die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung als auch für die Richtlinie Methoden Krankenhaus ausgesetzt worden für alle Fälle, in denen Kinder oder Jugendliche in Studien oder an Studienzentren laufender Studien behandelt werden oder in denen die Behandlung entsprechend dem Protokoll einer Studie erfolgt oder von Studienverantwortlichen auf der Grundlage von Studien-(Interims)ergebnissen empfohlen wird. Dieser Aussetzungsbeschluss wurde durch Beschluss vom Mai 2018 aufgehoben, mit dem die PET bei Kindern und Jugendlichen mit malignen Lymphomen Regelleistung werden soll.

Für den Bereich der Krankenhausversorgung wurde das Thema PET bereits mehrfach beraten.

Ein grundsätzlicher Ausschluss der PET bei malignen Lymphomen - erfolgte ausdrücklich mit Ausnahme aller klinischen Studien sowie mit Ausnahme der Anwendung der PET zur Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestelltem Resttumor eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von > 2,5cm nach bereits erfolgter Chemotherapie sowie des Interim-Staging beim Hodgkin-Lymphom und bei aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen nach zwei bis vier Zyklen Chemotherapie/Chemoimmuntherapie zur Entscheidung über die Fortführung der Chemotherapie.
Auch dieser Beschluss wurde durch Beschluss vom Mai 2018 aufgehoben, aber nur teilweise. Während die PET bei Kindern und Jugendlichen mit malignen Lymphomen auch im Krankenhaus "im Prinzip" Regelleistung werden soll, bleibt die PET zur Therapie-Entscheidung in verschiedensten Situationen ausgeschlossen.

Eine Ausnahme von dem Ausschluss der PET bei malignen Lymphomen hatte die Richtlinie Methoden Krankenhaus bei Kindern und Jugendlichen mit malignem Lymphom schon länger angeführt. In Fällen, in denen eine Studienteilnahme nicht möglich war, war die Möglichkeit einer Leistungserbringung zu Lasten der Krankenkassen im Einklang mit den Kriterien des § 137c SGB V auch in Situationen außerhalb einer Studie ausdrücklich auch gesehen worden, wenn die Kinder oder Jugendlichen an Studienzentren behandelt wurden oder die Behandlung entsprechend dem Protokoll einer Studie oder aufgrund der Interimsergebnisse einer laufenden Studie oder aufgrund der Empfehlung von Studienverantwortlichen erfolgte.

Im Zusammenhang mit ambulanten PET-Untersuchungen bei malignen Lymphomen bestand bis zum 30.06.2020 die Möglichkeit einer Versorgung im Rahmen der Besonderen Versorgung für Lymphompatienten.
Die Verträge zur "Besonderen Versorgung" (früher "Vertrag zur Integrierten Versorgung") bestanden seit dem 01.01.2008. Leider wurde die "Besondere Versorgung für Lymphompatienten" von den Trägerorganisationen Universitätsklinikum Köln, Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) und AOK Rheinland/Hamburg beendet, da keine ausreichenden Teilnehmerzahlen gewonnen werden konnten.

Im Rahmen der integrierten Versorgung sollten Therapieoptimierungsprotokolle der deutschen Lymphom-Studiengruppen allen teilnehmenden Patienten zugänglich gemacht werden. Für Patienten, die nicht im Rahmen einer Studie behandelt werden können, soll in Beratung mit der jeweiligen Studiengruppe ein individuelles Therapiekonzept ausgewählt werden. Die integrierte Versorgung sollte eine optimale und qualitätsgesicherte Therapie und einen transparenten Behandlungsprozess gewährleisten. Durch ständige Evaluation der Behandlungsergebnisse aller Patienten sollten die Heilungschancen für jeden einzelnen Patienten optimiert werden.
Leider ist dieses Versorgungsangebot jetzt entfallen.

Eine Liste der (ehemals) teilnehmenden Zentren hält das Kompetenznetz maligne Lymphome derzeit noch auf seiner Webseite bereit.

Siehe auch


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