Galileo - "Auf die Beine" - Kölner Konzept

Erstellt am 14 Aug 2018 15:47
Zuletzt geändert: 13 Sep 2021 18:08

Galileo und NART

NART steht für "Neuroaktive Reflextherapie" und ist eine integratives Behandlungskonzept, dass verschiedene, langjährig anerkannte physiotherapeutische Methoden und auch das "Kölner Konzept" kombiniert. Das Konzept wird im TKE (Therapiezentrum für Kinder und Erwachsene) in Bremen als Selbstzahlerleistung angeboten.
Das TKE führt seit geraumer Zeit mit Förderung der Aktion Hilfe für Kinder eine, durch die Ethik-Kommission des Landes Niedersachsen geprüfte und befürwortete Studie durch; der Weser-Kurier berichtete 2018 darüber.
Eine Diskussion aus Elternsicht findet sich im Rehakids-Forum hier.

Konzept

Konzeptvorstellung auf der Homepage der UniReha GmbH - Zentrum für Prävention und Rehabilitation der Uniklinik Köln1:

Behandlungskonzept "Auf die Beine"
"Auf die Beine" ist ein interdisziplinäres Behandlungskonzept für Kinder und Jugendliche mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit durch zum Beispiel Zerebralparesen (CP), Osteogenesis Imperfecta (OI), Spina bifida (MMC), spinale Muskelatrophie (SMA), Congenital Disorders of Glycosylation-Syndrom (CDG). Die UniReha GmbH bietet hiermit in Kooperation mit der Uniklinik Köln ein ganzheitliches, exklusives Rehabilitationsangebot an.

Von der Intensivtherapie in Köln bis zur Therapie am Heimatort erfolgt die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Muskel- und Skeletterkrankungen nach einem abgestimmten interdisziplinären Behandlungskonzept. Ein Team bestehend aus Ärzten, Physiotherapeuten, Sportwissenschaftlern und Ernährungsberater arbeitet Hand in Hand für ein gemeinsames Ziel.

Die UniReha führte für den Geltungsbereich: Rehabilitationskonzept für Kinder und Jugendliche "Auf die Beine" ein Qualitätsmanagementsystem ein, das am 27.12.2011 zertifiziert wurde. Mit den erfolgreich bestandenen Rezertifizierungen können wir nachweisen, das wir die hohen Qualitätsansprüche für unsere Patienten nachhaltig erfüllen.

Therapie-Ablauf

Das gesamt Programm ist eine "Intervall-Rehabilitation" und in folgende Phasen eingeteilt:

  1. ambulante Erstvorstellung in der interdisziplinären Sprechstunde
  2. 13-tägige stationäre Intensivtherapie mit Begleitperson - Einweisung in den Umgang mit dem Kölner Steh- und Gehtrainer System Galileo
  3. drei Monate selbständiges Heimtraining
  4. erneute 6-tägiger stationäre Intensivtherapie mit Begleitperson - Anpassung der Trainingstherapie und erneute Einweisung in die (angepasste) Geräte-Handhabung
  5. erneut drei Monate selbstständiges Training zu Hause - am Ende Rückgabe des ausgeliehenen Trainingssystems.
  6. Sechs, neun und zwölf Monate nach Beginn des Behandlungskonzeptes erfolgen ambulante Wiedervorstellungen zwecks Diagnostik und Therapiebeurteilung.

Anschlusskonzept:

  1. Phase 2.1: 6-tägige Intensivtherapie im Queen Rania Rehabilitation Center
  2. Phase 2.2: 2-monatiges Heimtrainingsprogramm
  3. Phase 2.3: 6-tägige Intensivtherapie im Queen Rania Rehabilitation Center
  4. Phase 2.4: 2-monatiges Heimtrainingsprogramm
  5. Phase 2.5: Ambulante Zwischenuntersuchung (vier Monate nach Beginn des Anschlusskonzeptes)
  6. Phase 2.6: Ambulante Abschlussuntersuchung (12 Monate nach Beginn des Anschlusskonzeptes)

Legalstatus / Sozailrecht / Kosten

Die Kosten für das erste Jahr betrugen im Jahr 2012 ca. 8.800 €, zuzüglich 9.599 € Miete für das Kinder-Galileo-System mit Kipptisch, zuzüglich weiteren ca. 179 € Speditionskosten zum Transport des Gerätes.2

Das Konzept wird als Rehabilitationsleistung im Rahmen Integrierter bzw. "Besonderer Versorgung" gemäß § 140a SGB V angeboten.
Laut Auskunft auf der UniReha-Seite haben folgende Krankenkassen Verträge zur integrierten Versorgung (IV) bzw. "Besonderen Versorgung" für das Kölner Rehabilitationskonzept "Auf die Beine" für Kinder und Jugendliche mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten abgeschlossen:

  • Barmer GEK
  • Techniker Krankenkasse
  • AOK Reinland/Hamburg
  • DAK-Gesundheit
  • IKK Classic
  • Knappschaft
  • KKH Kaufmännische Krankenkasse
  • Heimatkrankenkasse
  • Actimonda

Literatur

The purpose of this narrative review was systematically to appraise published research regarding acute and long-term effects of VT on functional, neuromuscular, and structural parameters.
Systematic searches of three electronic databases identified 28 studies that fulfilled the inclusion criteria. Studies were analyzed to determine participant characteristics, VT-treatment protocols, effect on gross motor function (GMF), strength, gait, posture, mobility, spasticity, reflex excitability, muscle tone, mass, and bone strength within this population, and outcome measures used to evaluate effects.
The results revealed that one acute session of VT reduces reflex excitability, spasticity, and coordination deficits. Subsequently, VT has a positive effect on the ability to move, manifested for GMF, strength, gait, and mobility in patients with CP. Effects persist up to 30 minutes after VT.
Long-term effects of VT manifest as reduced muscle tone and spasticity occurring concomitantly with improved movement ability in regard to GMF, strength, gait, and mobility, as well as increased muscle mass and bone-mineral density. Posture control remained unaffected by VT.
… growing scientific evidence supports the effectiveness of VT in regard to supplementing conventional treatments (physiotherapy and drugs).

  • Beck K, Stark C, Semler O, Schönau E. Auf die Beine – Ein Reha-Konzept für Kinder. PT interdisziplinäre 2011: 1-16.

Presse / Meldungen

Mit dem Innovationspreis im Gesundheitswesen wurde das Rehabilitationskonzept „Auf die Beine“ der Uniklinik Köln und der Medifitreha ausgezeichnet. Im Rahmen der integrierten Versorgung wurden erfolgreich Ergebnisse der klinischen Forschung in ein neues Konzept der Routineversorgung von Kindern und Jugendlichen mit Bewegungsstörungen eingebracht.

Die Astronauten der europäischen und amerikanischen Weltraumorganisationen NASA und ESA profitieren seit Jahren von der Vibrationstechnologie 'Galileo'. Im All verhindert das Gerät den Muskel- und Knochenabbau der Astronauten, auf der Erde hilft es nachweislich Kindern und Jugendlichen mit Gehstörungen. Dabei stehen die Patienten der Kinder-Reha an der Uniklinik Köln auf einer Platte, die durch einen Motor zum Schwingen gebracht wird. Diese Bewegungen simulieren Abläufe des menschlichen Gangs. In wenigen Minuten können Muskeln, Nerven und das Skelett wie bei einem 10.000-Meter-Lauf aktiviert werden. An der Uniklinik Köln ist „Galileo“ in das Bewegungskonzept „Auf die Beine“ eingebettet. …
Für das Konzept der UniReha GmbH erhielt die Uniklinik Köln bereits zahlreiche Preise, unter anderem im Jahr 2009 den Deutschen Innovationspreis im Gesundheitswesen, verliehen durch die BayernLB, und den Eva Luise Köhler Forschungspreis im Jahr 2012. Das Zentrum steht unter der Schirmherrschaft von Königin Rania von Jordanien.

Weblinks


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