Leitlinien in deutscher Sprache

Erste Anlaufstelle für deutschsprachige Leitlinien ist immer die Leitlinien-Datenbank der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher medizinischer Fachgesellschaften (AWMF).

Google-Direktsuche in der AWMF-Leitlinien-Datenbank

Zur Such-Erleichterung finden Sie hier einen Link, der Sie direkt zur Leitliniensuche mittels Google führt:
Google-Direktsuche in der AWMF-Leitlinien-Datenbank
Durch Klick auf diesen Link gelangen Sie auf eine Google-Suchergebnisliste mit allen AWMF-Leitlinien, da als Suchwort einfach "leitlinie" vorgegeben wurde.
Für Ihre persönliche Suche müssen Sie jetzt nur das Wort "leitlinie" in dem Google-Suchfeld mit Ihrem eigentlichen Suchbegriff ersetzen!
Das Wort "leitlinie" ist übrigens bewusst klein geschrieben, um daran zu erinnern, dass Google nicht nach Groß- und Kleinbuchstaben unterscheidet - Sie können sich bei der Google-Suche daher die Arbeit ein klein wenig erleichtern, indem Sie nur Kleinbuchstaben verwenden.
Sollte übrigens nach dem Klick auf die vorgefertigte Suche ein Formular erscheinen, in dem Sie eine Eingabe machen sollen, um zu beweisen, dass Sie ein Mensch und keine Maschine sind, so handelt es sich hier um eine Sicherheitsmaßnahme von Google, die sicherstellen soll, dass Googles Suche nicht durch eine Vielzahl automatisierter Abfragen in kurzen Zeitabständen boykottiert wird. Wenn dieses Formular (das auch "Captcha" genannt wird) auftaucht, müssen sie es ausfüllen, um zu dem gewünschten Google-Suchfeld zu gelangen.

Weitere Leitlinienquellen

Wenn die Suche in den AWMF-Leitlinien kein verwertbares Ergebnis erbringt, ist es sinnvoll, im Rahmen der sozialmedizinischen Begutachtung weitere Leitlinienquellen aufzusuchen. Hierbei ist einerseits im Sinne der Arbeitseffizienz (keine Übersetzungsprobleme) und aufgrund der fraglichen Übertragbarkeit ausländischer Leitlinien auf das deutsche Gesundheitssystem vorrangig eine Suche nach deutschsprachigen Leitlinien aus Deutschland. Dies ist auch der Notwendigkeit geschuldet, spezifisch deutsche Expertise nicht unbeachtet zu lassen und spezifische Kontextfaktoren und Eigentümlichkeiten der deutschen Versorgungslandschaft zu berücksichtigen.

Es gibt neben der AWMF für einige Gruppen spezieller Erkrankungen noch wichtige Leitlinienanbieter, die auf ihren jeweiligen Webseiten unter Umständen andere, aktuellere oder detaillierte Versionen ihrer Leitlinien anbieten, als über die AWMF-Webseiten. Hierzu gehören:

Für bösartige Erkrankungen:

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) als Dachvereinigung zahlreicher wissenschaftlicher und onkologischer Fachgesellschaften und als bei Beratungen des Gemeinsamen Bundesausschusses stellungnahmeberechtigte Organisation. Die Deutsche Krebsgesellschaft stellt im Internet ein eigenes Angebot bereit, das Leitlinienprogramm Onkologie; sehr empfehlenswert sind aber auch die Broschüren, die für Patienten als „PDF“ bereitgestellt werden.

Eine Partnerorganisation der Deutschen Krebsgesellschaft und ein Anbieter seriöser Informationen auch zu Themen wie „Hyperthermie“ oder „Misteltherapie“ ist auch der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums mit Sitz in Heidelberg (öffentlich finanziert und nicht interessengeleitet).

Unbedingt empfehlenswert ist für onkologische Fragen, wenn diese über den „üblichen“ Weg der AWMF-Leitlinien nicht beantwortet werden können, auch die Onkopedia der Deutschen Gesellschaft für Onkologie und Hämatologie (DGHO).

Für Infektionskrankheiten:

Die Paul-Ehrlich-Gesellschaft (vollständig: "Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V." - womit die Gesellschaft darauf hinweist, dass Antibiotika eine Form der Chemotherapie sind) bietet zahlreiche Leitlinien & Empfehlungen für die Behandlung verschiedenster Infektionen und Infektionskrankheiten an.

Das Robert-Koch-Institut hält auf seinen Webseiten eine Vielzahl von "leitlinien-ähnlichen" Informationen in Bezug auf die Behandlung und Prävention von Infektion (Infektionsschutz) bereit. Insbesondere die verschiedenen Wissenschaftlichen Kommissionen am Robert Koch-Institut, zu denen z. B. die Ständige Impfkommission (STIKO) und die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) sowie die Kommission Antiinfektiva, Resistenz und Therapie gehören, geben Empfehlungen mit Richtlinien-Charakter heraus.

Erkrankungen mit hoher bevölkerungsmedizinischer Relevanz

Für eine Gruppe von Erkrankungen mit hoher bevölkerungsmedizinischer Relevanz werden qualitativ hochwertige Leitlinien im Rahmen des Programms für Nationale VersorgungsLeitlinien (NVL) beim Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) publiziert. Es handelt sich hier durchweg um Leitlinien, die mittels eines streng formalisierten Prozesses unter Beteiligung der anerkannten und relevanten Fachgesellschaften entwickelt werden.

Die Leitliniengruppe Hessen ist eine wissenschaftlich anerkannte Institution, welche ebenfalls qualitativ hochwertige Leitlinien mit dem Schwerpunkt " Hausärztliche Pharmakotherapie" zu weit verbreiteten, bevölkerungsmedizinisch relevanten Gesundheitsthemen (im Format "PDF") elektronisch veröffentlicht.


Leitliniensuche über die Arztbibliothek

Die Arztbibliothek wird vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin nicht mehr aktualisiert!

Als "Ersatz" kann vielleicht folgende Google-Suche dienen:
Link: Google-Suche nach Leitlinien auf den Seiten medizinischer Fachgesellschaften. Weiterer Tipp: Zur Suche nach den Leitlinien einer bestimmten Fachgesellschaft einfach in dem - nach Klick auf den obigen Link - sich öffnenden Suchfeld zusätzlich das wichtigste Substantiv aus dem Namen der Fachgesellschaft eingeben - also für eine Suche nach kardiologischen Leitlinien z.B. "Kardiologie" (kann man ruhig klein schreiben).
Für eine Suche nach einer bestimmten Krankheit (wenn diese in den AWMF-Leitlinien nicht behandelt wird bzw. man die Leitlinie dort nicht findet) kann man statt dessen auch den Namen der Erkrankung (oder einen Teil des Namens) eingeben, also z.B. "Takayasu", um Leitlinien zur Takayasu-Arteriitis zu finden.

"Leitliniensuche außerhalb des Regelfalles"

Speziell in Fällen, in denen Anträge mit spezifischer Expertise aus Deutschland begründet werden, ist unbedingt ein Besuch der Webseiten der für die jeweilige Fragestellung relevanten deutschsprachigen Leitlinienanbieter/Fachgesellschaften oder auch Lobbygruppen/Selbsthilfegruppen zu empfehlen.

Zu bedenken ist dabei allerdings grundsätzlich, dass insbesondere Leitlinien von nicht beim Gemeinsamen Bundesausschuss stellungnahmeberechtigten Organisationen häufig die Qualitätskriterien der AWMF und damit die notwendige Voraussetzung einer Quelle der sozialmedizinischen Begutachtung nicht erfüllen.

Qualität von Leitlinien - Grundsätze

Die Notwendigkeit, bei der sozialmedizinischen Begutachtung möglichst qualitativ hochwertige, evidenzbasierte Leitlinien zu berücksichtigen, ergibt sich aus der Verankerung der Evidenz basierten Medizin in der

und im fünften Sozialgesetzbuch:


Leitlinien in anderen Sprachen

Wenn eine Suche nach Leitlinien aus Deutschland und auch ein Check relevanter deutscher „Themen-Seiten“ (nicht-wissenschaftliche Fachgesellschaften, Fach-Verbände, Patienten-Verbände, Lobby-Gruppen, Selbsthilfe-Seiten) nicht erfolgreich ist, weil keine oder nur qualitativ absolut unzureichende Leitlinien oder Empfehlungen gefunden werden können, muss ggf. auf ausländischen Seiten weitergesucht werden.
Hinweise auf englischsprachige Quellen finden Sie auf der Seite Leitlinien in englischer Sprache.

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