Atomoxetin

Erstellt am 15 Mar 2019 10:48
Zuletzt geändert: 15 Mar 2019 11:19

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Die Zulassung basiert auf sechs Kurzzeit- sowie vier "Langzeitstudien". In drei der "Langzeitstudien" mit insgesamt 1.413 Patienten wird Atomoxetin sechs Monate lang doppelblind randomisiert mit Plazebo verglichen. Eine dieser Studien verläuft negativ. In den beiden anderen wird gegenüber Plazebo im Mittel ein signifikanter, jedoch allenfalls mäßiger Vorteil von 3 bzw. 6 Punkten auf einer 54 Punkte umfassenden ADHS-Symptomskala errechnet. Die Abbruchraten sind hoch. Sie liegen in den drei Studien zwischen 43% und 62% und unter Atomoxetin 7% bis 13% höher als unter Plazebo. Die vierte, bislang nicht vollständig veröffentlichte Studie untersucht randomisiert Plazebo oder Weiterbehandeln nach sechs Monaten Therapie an 2.017 erwachsenen Patienten. Nur 26% davon erfüllen sowohl nach drei- als auch nach sechsmonatiger Einnahme von Atomoxetin das in der Studie vorgegebene Kriterium für Ansprechen und werden zu Verum oder Plazebo randomisiert. Von diesen werden nach weiteren sechs Monaten unter Atomoxetin nur 64% (dies wären aber nur noch 17% der ursprünglichen Anwender) als Responder eingestuft, unter Plazebo 50% (p = 0,001). Es bleibt somit die Frage offen, wer überhaupt längerfristig von dem Mittel profitieren könnte.

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Zitat nach: Bach, Otto: ''Über die Subjektabhängigkeit des Bildes von der Wirklichkeit im psychiatrischen Diagnostizieren und Therapieren''. In: Psychiatrie heute, Aspekte und Perspektiven, Festschrift für Rainer Tölle, Urban & Schwarzenberg, München 1994, ISBN 3-541-17181-2, (Zitat: Seite 1)
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